Er gehört zu meinen Lieblingsfeuilletonisten: Walter Turszinsky, der Berliner Flaneur, der als würdiger Vorläufer von Franz Hessel das Berlin der Jahrhundertwende durchstreifte und als Korrespondent einiger Zeitungen arbeitete - und auch viele Texte fürs PT verfaßte. Ähnlich wie der junge Kerr vermag er es, äußerst eindrücklich und plastisch das vom alten Berlin zu zeigen, was kein offiziöser Zeitungsbericht vermitteln kann.
Die besten seiner Feuilletons sind in einem berühmten Buch erschienen, das man auch heute noch kaufen kann ("Berlin - drüber weg und unten durch"). Glücklicherweise gibts hier im PT viel mehr und Ebensogutes zu lesen - wie dieses Porträt der Berliner U-Bahn mit ihren Schönheiten und Häßlichkeiten.
"Das Gewölbe des Bahnhofs Klosterstraße, gekleidet in weißes, von schwarzen Geheimzeichen interpurgiertes Kachelmosaik, bringt einen Wirkungsrückschlag. Dieses ganz abseits der Erdoberfläche gelegene Interieur hält die Mitte zwischen Bergwerk und Leichenhalle: man fährt unwillkürlich zusammen, wenn von oben herab der Tenor der Rathausuhr in diese Öde ruft..."
Ausgabe vom 11.7.1913, Seite 2 u.3
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Das Prager Tagblatt
Das Prager Tagblatt entwickelte sich nach 1900 zu einer der aufregendsten und hochkarätigsten Tageszeitungen Europas.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Montag, 13. Juli 2009
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