Die böhmische deutschsprachige Dichterin Elisabeth Janstein mußte am Ende auch aus ihrer Heimat vor den Nazis fliehen - in den zwanziger und dreißiger Jahren schrieb sie sehr ansprechende, elegante und sensible Feuilletons für das PT. Hier berichtet sie als Pionierin - sie gehörte zu den ersten regelmäßigen Nutzern von regulären Fluglinien. Eine kostbare Reportage, denn diese Erlebnisse stammen aus einer Zeit, als der Linienflug noch in den Kinderschuhen steckte und längst noch nicht vom Massentourismus entdeckt wurde. Und es muß wirklich beeindruckend gewesen sein - die Flugzeuge verkehrten noch recht tief, in so daß man auf den Reisen viele Details am Boden entdecken konnte. Und Eisabeth Janstein scheint denn auch keinerlei Flugangst gekannt zu haben.
"Wie genau ich mich noch an meinen ersten Flug erinnere. Die Etappe nach Lyon war noch voll Unsicherheit - eine gewisse Empfindlichkeit der Augennerven war da - die Landschaft, die vorbeischoß, die Wolken, die unter dem Propeller dahinstürmten, ja die Sonne, die lief, wirklich lief, ermüdeten den Blick. Nach Lyon aber war die Müdigkeit verschwunden, ich war allein im Flugzeug, ging auf und ab, pfiff, sang, war vom Glück dieses Erlebnisses so berauscht, daß ich nicht glauben konnte, diese Zeit könnte jemals ein Ende nehmen."
Ausgabe vom 3.12.1933, Sonntagsbeilage Seite III
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Das Prager Tagblatt
Das Prager Tagblatt entwickelte sich nach 1900 zu einer der aufregendsten und hochkarätigsten Tageszeitungen Europas.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Mittwoch, 15. Juli 2009
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