Das Prager Tagblatt

Das Prager Tagblatt entwickelte sich nach 1900 zu einer der aufregendsten und hochkarätigsten Tageszeitungen Europas.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.

Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.

Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.

Freitag, 10. Juli 2009

John W. Grey: Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl (1925)

Eine der erschütterndsten Reportagen über eine Hinrichtung auf dem elekrischen Stuhl, die ich je gelesen habe. Das PT hat sie dem "New York Evening Graphic" entnommen und übersetzt.
Bezeichnend der sarkastische Kommentar der Prager Redaktion:

"Vom elektrischen Stuhl haben wir alle schon gehört. Wir wissen, daß es die schönste, praktischste, sauberste Hinrichtungsmaschine ist, die der kulturbegeisterte Mensch bisher erfunden hat. Auf die humanste, fortgeschrittenste, sauberste Weise richtet man mit ihm hin. Es muß beinahe ein Vergnügen sein."

Der anschließende Bericht toppt so manche Horror-Story der Jetztzeit.

(25.8. 1925, Seite 2/3 unterm Strich)


Direktlink

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen