Er gehört zum Sächsischen Kleeblatt, den vier einst deutschlandbekannten Humoristen, die im Feuilleton vieler demokratisch-liberalen Blätter zu finden waren: hinzu kommen noch Erich Kästner, Hans Natonek und Ossip Kalenter.
Reimann war einer der aktivsten seiner Zunft: Er schrieb nicht nur, er gründete auch ein Kabarett (Die Retorte) und mehere satirische Zeitschriften der Weimarer Republik (Drache, Stachelschwein). Das hier ist ein wunderbarer Artikel über das Halbwissen der Feuilletonisten und eine frühe Sammlung von "unnützem Wissen".
"Bekanntlich werden Endotoxine erst mit Auflösung einer Bakterienzelle in Freiheit gesetzt": Der Feuilletonist, der mit diesem "bekanntlich" operiert, hat es vor drei Minuten noch nicht gewußt. Wir protzen mit der Bildung, damit ein Gegengewicht für die Fußballerei vorhanden sei. Wir adeln das Wissen zum Sport und hamstern Bildung, wo wir nur können.
Ausgabe vom 11.1.1931, Seite 4
Direktlink
Das Prager Tagblatt
Das Prager Tagblatt entwickelte sich nach 1900 zu einer der aufregendsten und hochkarätigsten Tageszeitungen Europas.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Freitag, 17. Juli 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen