Parteinahme für das scheinbar Absurde, Lust am Widerspruch, wenn er auch sinnlos scheint - typische Charaktermerkmale eines der bedeutendsten Feuilletonisten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts - Anton Kuh. Er schrieb wunderbar, aber alle, die ihn kannten, meinten, seine Schreibe sei nur ein blasses Abbild seiner hinreißenden Rhetorik, Tucholsky nannte ihn wegen seines Charisma auch einen "Sprechsteller" .
Hier verteidigt er in der Rubrik "Vom Tage" ein Mädchen, daß sich wegen ihrer Häßlichkeit das Leben genommen hat und weist auf die große Tragik des schlechten Aussehens hin in einer Zeit, in der auch schon Präsentation alles war.
"Sieht man nicht überall, daß das Leben beinahe nichts mehr ist als eine Summe von Schadensersatzansprüchen für Häßlichkeit? Eine energetische Umwandlung verlustiger Schönheits- und Liebesgenüsse in Schmutz, Unglück, Trübsal und Literatur? (...) Was ist das Denken? Rückzug von der sinnlichkeit zum Geist, statt Sinnlichkeit des Geistes."
Ausgabe vom 21. 6. 1914, Seite 2
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Das Prager Tagblatt
Das Prager Tagblatt entwickelte sich nach 1900 zu einer der aufregendsten und hochkarätigsten Tageszeitungen Europas.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Sonntag, 19. Juli 2009
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