Große Tageszeitungen hatten vor dem Krieg oft fast seelsorgerische Aufgaben zu erfüllen - die Redaktionen wurden in dem Glauben, eine Zeitung wüßte alles, gradezu überschwemmt mit Fragen jeglicher Art - von Urlaubs- und Lektürevorschlägen bis zu Anleitungen, wie man Marmelade kocht. Auch das PT leistete sich einen Redakteur speziell für diese Antworten. Der beantwortete denn auch brav die Flut an Post. Heute sind die "Ratgeber" ein unschätzbarer Fundus an Zeitgeschichts-Informationen, weil grade über prägnante Kleinigkeiten Auskunft erteilt wird, die sonst verloren gegangen wären. Wenn man die endlosen Spalten geduldig liest, kann man zahlreiche Schätze entdecken, zuweilen auch die Ironie des geplagten Zeitungsmannes.
"Wir können Sie zu dieser Idee nicht beglückwünschen. Im Hochsommer ein Schulkind in die Großstadt zu geben, kann für das körperliche Gedeihen des Kindes nur von Nachteil sein. Immerhin wollen wir Ihnen bei der Suche um passende Unterkunft behilflich sein und verweisen Sie an die Leiter der öffentlichen Schulanstalten."
Ausgabe vom 5. Februar 1924, Seite 10
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Das Prager Tagblatt
Das Prager Tagblatt entwickelte sich nach 1900 zu einer der aufregendsten und hochkarätigsten Tageszeitungen Europas.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Mittwoch, 22. Juli 2009
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