Schon bevor Conrad Alberti 1890 Chefredakeur der Berliner Morgenpost wurde, war er ein durchaus bewunderter Journalist, mehr noch, er galt als eine Schlüsselfigur der Berliner Moderne und des deutschen Naturalismus. Er machte sich auch als Romancier und vor allem als Biograph einen Namen. Er taucht in den 80er und 90er Jahren (des 19.Jh.) öfter im PT auf. Hier bespricht er, mitunter etwas reißerisch, aber doch mit Sympathie den Begründer der deutschen Sozialdemokratie. Bezeichnend ist, daß Alberti durchaus in Dimensionen der weit verbreiteten Rassenlehre denkt, wie viele seiner Zeitgenossen damals, gleichzeitig aber die "jüdische Rasse" verteidigt. Man liest das dennoch mit gemischten Gefühlen...
"Auch der Germane ist ein Mensch von colossaler Energie, aber er ist mehr ein Revolutionär des Geistes, der Theorie als der That, seine Eigenart verkörpert sich in einem Kant, Schiller, Fichte, Lessing, Hegel, Schopenhauer. Wenn zu dieser revolutionären Ernergie des Geistes sich auch der praktische Blick gesellt, so kann ihr nichts in der Welt widerstehen, wie man an Luther, Wagner und Bismarck sieht. (...) Lassalle nun als geborener Jude und glühender Anhänger Hegels vereinte beides, und darum war auch seine Persönlichkeit, seine Thätigkeit unwiderstehlich."
Ausgabe vom 1.9. 1889, Seite 1-3
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Das Prager Tagblatt
Das Prager Tagblatt entwickelte sich nach 1900 zu einer der aufregendsten und hochkarätigsten Tageszeitungen Europas.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Montag, 20. Juli 2009
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