Das Prager Tagblatt

Das Prager Tagblatt entwickelte sich nach 1900 zu einer der aufregendsten und hochkarätigsten Tageszeitungen Europas.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.

Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.

Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.

Freitag, 10. Juli 2009

Heinrich Mann: Kurzes Besinnen (1928)

Ein merkwürdiger, bitterer Text. Mann regt sich in ungewohnt sperrigem, zähem Stil darüber auf,
daß die Generation von 1928 mit ihrem Sportwahn und der sexuellen Revolution so verächtlich auf die Generation von 1880 blickt.
Er hält seine Zeit für gefühllos und dumm. Und das, wo wir heute die kultur der weimarer Republik doch sehr bewundern...

"Die Geister hießen Ibsen, Zola, Tolstoi, Nietzsche. Sie beherrschten die Geisteswelt 1880. Wer beherrscht eigentlich 1928 die Geisteswelt, gesetzt, es gäbe eine?"

Ausgabe vom 28.7.1928, Seite 3

Direktlink

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen