Liest man heute seine Texte, ist schwer begreiflich, wie Großmann, einst einer der berühmtesten Journalisten in deutscher Sprache, im eigenen Lager so viele Feinde haben konnte: Karl Kraus und Siegfried Jacobsohn bekämpften ihn unerbittlich. Was aber auch seine finstersten Gegner nicht abstreiten konnten: Großmann schrieb einen absolut makellosen, brillanten Stil, schon als junger Mann. Auch banale Dinge wie dieser müde, resignative Text besticht durch eleganten, mondänen Rhythmus, durch filigrane Musikalität. Auch hier steigert sich seine Reflektion über die Erholung auf dem Semmering am Schluß zu einem stilistischen Feuerwerk:
"Im Speisesaal sitzt alles beieinander, Exzellenzen und Peter Altenberg, kleine Schauspielerinnen, die hier Salondamen spielen, und müde gerackerte Geschäftsleute, die nur Milch trinken dürfen, die frischesten Siebzehnjährigen und die abgelebtesten Dreißiger, Rothschild und Herr Meyer."
Erschienen in der Weihnachtsnummer (24.12.) 1911, Seite 1 u. 2
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Das Prager Tagblatt
Das Prager Tagblatt entwickelte sich nach 1900 zu einer der aufregendsten und hochkarätigsten Tageszeitungen Europas.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Es beschäftigte einige der berühmtesten Feuilletonisten der Zeit:
Egon Erwin Kisch, Joseph Roth, Alfred Polgar, Anton Kuh, Max Brod, Alfred Döblin und viele andere. Außerdem verfügte es über exzellente Auslandskorrespondenten und veröffentlichte andere große Feuilletons befreundeter Redaktionen, u.a. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Sling und Victor Auburtin.
Seit einigen Jahren stellt die Wiener Nationalbibiliothek die Ausgaben im Netz zur Verfügung. Der Blog dokumentiert Entdeckungen, die mir beim Stöbern aufgefallen sind und die vielleicht auch andern Literaturfreunden Spaß machen - denn der größte Teil der Texte ist nie in Buchform erschienen bzw. nur noch schwer zu erreichen.
Das gerühmte Feuilleton nach 1900 steht dabei im Zentrum dieser Anthologie - aber ich werde natürlich auch auf bemerkenswerte Meldungen aller Jahrgänge und interessante Artikel des 19. Jahrhunderts aufmerksam machen.
Montag, 13. Juli 2009
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